Der englische Name Blu-ray – blauer Strahl – bezeichnet wörtlich genommen einen besonderen Lichtstrahl, der zum Schreiben und Lesen für ein noch relativ neues Speichermedium verwendet wird. Es ist ein blau-violetter Laser von 405 nm Wellenlänge. Daher lässt sich auch der Name „Blu-ray Disc“ ableiten. Die hierfür genutzte, doch recht eigenwillige Schreibweise soll dazu beitragen, die Bezeichnung als Markennamen kenntlich zu machen. Bisher wurde für die aktuellen CD’s und DVD’s ein roter Lichtstrahl (780 nm bzw. 650 nm) verwendet. Der blaue Laser kann durch sein kurzwelliges Licht weitaus besser fokussiert werden. Damit wird weniger Speicherplatz pro Bit gebraucht, dass Medium also dichter beschieben. Die Blu-ray Disc ist das Speichermedium der nächsten Generation und besonders geeignet für hochauflösende Bilder und Filme.
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Die Geschichte unserer heute bekannten optischen Speichermedien ist noch verhältnismäßig jung. Sie begann 1960 mit Speichermöglichkeiten für simple Videoaufzeichnungen. Erst 1978 starteten Firmen wie Pioneer, Philips und MCA mit der Vermarktung unter der Bezeichnung Laser Disc. Etwa zehn Jahre später entwickelte man den Vorläufer der Compact Disc, dessen magnetoptische Technologie für mehrfache Beschreibbarkeit sorgte. Sie kam 1982 in den Handel und war ausschließlich als Audiodatenträger vorgesehen. Zwei Jahre später erschien die CD-Rom hauptsächlich zum Vertrieb von PC-Software. Offensichtlich hat sich die Industrie mit der Weiterentwicklung dieser Speichermedien einen Zehnjahresrhythmus auferlegt, denn erst 1994, nach weiteren zehn Jahren, hielt die CD als erstes beschreibbares Medium Einzug in die Unterhaltungsbranche. Sofort begann man mit der Produktion von Filmen für das CD-Format und entwickelte dafür eine spezielle Technologie, um eine bessere Qualität und höhere Speicherkapazitäten zu erreichen. Im Jahre 1995 bildeten Panasonic, Philips, Pioneer, Hitachi. Sony, Thompson, Toshiba sowie Time Warner ein Konsortium und die DVD wurde geboren. Schon im folgenden Jahr wurden Spezifikationen für das DVD-Rom und DVD Videoformat festgelegt und ein Speicherschutz definiert. Auf dem japanischen und europäischen Markt wurden die ersten DVD Player angeboten. Kurze Zeit später, bereits 1997, wurde Dank neu entwickelter DVD-ROM Laufwerke auch die Nutzung für den PC oder Apple möglich. Eine Gruppe von 17 Unternehmen verschiedenen Branchen der Unterhaltungselektronik, PC, Musik- und Unterhaltungssoftware übernahmen eine Pionierrolle für ein völlig neues Speicherformat, das sie im Jahre 2002 zum ersten Mal vorstellten. Es handelte sich um die Blu-ray Disc und dementsprechend gab sich diese Gruppe von Experten den Namen Blu-ray Disc Founders (BDF). Um weiteren Mitgliedern den Zugang zu dieser Gruppe zu gewähren, änderten sie 2004 den Namen in Blu-ray Disc Association (BDA). Bis heute zählt diese Gemeinschaft über 150 Mitglieder aus allen Teilen der Unterhaltungsindustrie.
Diese sensationelle, technische Errungenschaft wird bislang in folgenden drei Varianten hergestellt: als nur lesbare BD-Rom (vor bespielte Disc für Filme, Software und Spiele), vergleichbar mit der uns bekannten DVD-Rom, als einmal beschreibbare Variante BD-R und als wieder beschreibbare BD-RD. Zudem gibt es für den Endverbraucher zwei unterschiedliche Größen. Die 27 GB umfassende Blu-ray Disc ist einlagig und hat einen Durchmesser von 12 cm. Die wieder beschreibbare 54 GB umfassende Disc arbeitet mit der Phase-Change-Technik und hat zwei Lagen. Diese Technik soll eine doppelte Datentransferrate von 9,0 MiB/s statt bisher 4,5 Mib/s ermöglichen. In Zeit umgerechnet bedeutet das die Speicherung von sechs bis zwölf Stunden hochauflösendem Videomaterial und Ton. Ein ebenfalls wichtiger neuer Bestandteil dieser Technologie ist der eigens dafür entwickelte Kopierschutz in Form einer speziellen Identifikationsnummer. Dank ihrer extrem hohen Auflösung eignet sich die Blu-ray Disc hervorragend für Full-HD-Videos und bietet eine weitaus bessere Qualität als die bisher bekannten Systeme PAL und NTSC. Die Aufteilung der technischen Parameter sieht dabei wie folgt aus: Die Gesamt-Bandbreite beträgt 53,95 Mbit/s, welche sich in 40 Mbit/s für den reinen Videostream teilt, während 13,95 Mbit/s für die Tonspur in Form von Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby TruHD und weitere reserviert bleiben. Doch die Blu-ray Disc hat noch mehr herausragende Vorteile zu bieten. Gegenüber der bisher bekannten DVD ist beim Schreiben und Lesen der Abstand zwischen Laserstrahl, der hauchdünnen Schutzschicht und dem Medium des Datenträgers so gering, dass ein Objektiv mit numerischer Aperatur eingesetzt werden kann. Dabei kann der Strahl effizienter gebündelt werden, was zur Folge hat, dass Schreibfehler und stärkere Streuungen ausgeschlossen werden können. Die kürzere Wellenlänge des hier verwendeten Laserstrahls bietet noch einen entscheidenden Vorteil. Man erreicht damit eine wesentlich höhere Datendichte und damit fünfmal mehr Speicherkapazität als auf einer herkömmlichen DVD. Die stetige Weiterentwicklung in der Medienbranche fordert die Industrie aber auch mit der Herstellung passender Abspielgeräte. Doch führende Firmen wie Panasonic, Samsung, Pioneer, Sharp, Sony oder Loewe haben sich schon mit diesem Thema auseinander gesetzt und entsprechende BD-Spieler produziert. Leider gibt es hier, wie bei jedem Neustart, im Streit um Formate und andere multimediale Fähigkeiten ein paar kleine Stolpersteine, die aber bald behoben sein dürften.
Playstation 3 von Sony verfügt übrigens auch schon über ein Blu-ray Laufwerk. Der neue Multi-Meilenstein in der Mediengeschichte verfügt ebenfalls über eine interaktive Anwendungsschicht namens BD-J, die von Java programmiert ist. Damit ist es möglich, multimediale Zusatzinformationen wie Einblendungen, Spiele oder Webangebote zu integrieren und damit ein bis jetzt unerreichtes Niveau zu garantieren. Man hat hierbei die Möglichkeit, ohne das Hauptmenü aufrufen zu müssen, Abfragen vorzunehmen oder auf Extras und Kommentare zuzugreifen, während man sich dabei einen Film ansieht. Einfach genial! Darüber hinaus bietet die Zukunft der Blu-ray Disc theoretisch die Möglichkeit, eine bis zu achtlagige Speicherschicht anzusteuern, was eine Speicherkapazität von 200 GB bedeuten würde – aber wie gesagt – das ist bis jetzt noch Theorie. Eine sogenannte Durabis-Schutzschicht bedeckt die Datenseite und schützt sie so vor Staub und Kratzern.
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Die Begeisterung über dieses neue Medium spiegelt sich in der Unterstützung durch weit mehr als 150 Firmen und Unternehmen wieder, darunter in erster Linie die Filmindustrie. Sechs der acht größten Filmstudios (Disney, Fox, Warner, Sony, Lionsgate und MGM) veröffentlichen ihre Filme exklusiv auf der Blue-ray Disc. Doch außer die Begeisterung für neue Technologien hat die Medienwelt diese Weiterentwicklung auch sehr nötig, denn die unaufhörliche Verbreitung hochauflösender und großflächiger TV-Geräte und Bildschirme verlangt nach neuen Signalqualitäten. Das bislang aktuelle Standardsignal von TV, Videorekorder oder DVD sind längst nicht mehr ausreichend. Das wohl spektakulärste Merkmal der BD-Rom Disc zeigt sich besonders bei Spielen. Die Playstation 3 sorgt hierbei für echtes „Home Entertainment“ in High Definition. Den Herstellern von Spiele Software steht ein extrem hohes Potential an Speicherkapazität zur Verfügung. Ausgeklügelte Verschlüsselungssysteme sollen verhindern, dass Raubkopien zum Standard werden. Wer eine Fernsehsendung von einem High Definition Fernsehen aufzeichnen möchte, wird mit herkömmlichen Geräten und DVD’s Probleme bekommen, denn sie können diese hochauflösenden Signale weder verarbeiten noch speichern. Spezielle Blu-ray Rekorder verfügen über entsprechende Empfangsteile, Signalprozesse und vor allem über die unbedingt notwendige Speicherkapazität, um eine Aufzeichnung in hoher Qualität und Haltbarkeit zu gewährleisten.
Die Entwicklung auf diesem Gebiet hat sich stetig vorwärts bewegt und daran wird sich mit Sicherheit auch in der Zukunft nicht ändern. Der Wettlauf der Speicherformate ist noch längst nicht zu Ende und wird uns in Zukunft immer wieder sowohl überraschen als auch begeistern
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